42 is The Answer
Zwei von drei Wegen werden mit dem Auto zurückgelegt. Demgemäß ist das Auto das wichtigste, aber gleichzeitig auch das problematischste aller Verkehrsmittel in der Stadt: Es braucht pro Person und Weg am meisten Platz (beim Fahren und beim Parken), macht am meisten Lärm und Abgase und ist für die meisten Unfälle und Verletzungen verantwortlich.
Die meisten Autofahrer sind sich dessen durchaus bewußt; sind aber nicht bereit, ihr Auto stehen zu lassen, solange der Nachbar seines benutzt. Die Akzeptanz rational begründeter Maßnahmen 'gegen' den Autoverkehr wird von den Entscheidern deshalb meist unterschätzt.
Der eigene PKW ist auch heute noch eine Investition mit einer Standzeit von ca. 10 Jahren (auch der Verkauf eines 'Gebrauchten' hängt ja davon ab, dass der Käufer eine Benutzbarkeit für die Restlaufzeit erwartet). Der Vorteil eines nachhaltigen Verkehrskonzepts liegt für den Autofahrer in der Sicherheit, dass das Auto über die Zeit hinweg in gleichem Umfang benutzbar bleibt und drastische Notmaßnahmen (Fahrverbote, Gesamtsperrungen) nicht erforderlich werden.
Tempo 30 in der Stadt (ausgenommen Bundesstraßen) ist eigentlich eine Maßnahme zur Erhöhung der Fußgängersicherheit. Für Autofahrer bietet sie den Vorteil streßfreieren Fahrens und den Vorteil, dass das Einbiegen in eine bevorrechtigte Straße einfacher wird. Das kompensiert einen Teil des Geschwindigkeitsverlusts auf der Strecke. Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autoverkehrs liegt in der Stadt ohnehin schon unter 30 km/h.
Mobil-Ohne-Auto-Aktion des Bayreuther Stadtrats: Ein Haushaltsposten von Euro 1.200,- wird wie folgt für eine zusätzliche außerplanmäßige Förderung von Vereinen etc. verwendet: Bei jeder Sitzung des Stadtratsplenums wird der Name eines Stadtratsmitglieds ausgelost. Ist dieses Mitglied ohne Auto gekommen, kann es bestimmen, an welchen Verein ein zusätzlicher städtischer Zuschuss von Euro 100,- geht. Ist es mit dem Auto da, kommt der Betrag in einen Jackpot, der bei der nächsten Sitzung den möglichen Zuschussbetrag erhöht.
Keine neuen zentrumsnahen Parkplätze
Keine neuen Straßengroßprojekte; Streichen der Südtangente aus der Bauleitplanung.
Ausweiten der Bereiche des Anwohnerparkens.
Anwohnerparkzonen mit etwas 'Luft' werden stadtweit gleichmäßig auf drei Zonen (A, B, C) aufgeteilt. Für diese Zonen können auch Nichtanwohner eine Parkberechtigung erwerben, die gleichzeitig als Zeitkarte für den Stadtverkehr gilt.
Kampagne zur weiteren Entflechtung der Anfangs- und Endzeiten von Betrieben, Behörden etc.
Städtische Förderung durch Information, Vermittlung, ermäßigte Dauerparkgebühren in städtischen Parkhäusern und in der Nähe von Stadtbushaltestellen.
Freigabe von Anwohnerparkbereichen auch für Sharing-Pkw.